Die Zellerauer SPD begrüßt die Entscheidung, die Weißenburgstraße zur Fahrradstraße zu machen

Die Zellerauer SPD begrüßt die Entscheidung des Stadtratsausschusses für Planung, Umwelt und Mobilität, die Weißenburgstraße zwischen Neunerplatz und Moscheeweg zur Fahrradstraße zu machen.

Diese Entscheidung trägt zur Förderung des Radverkehrs bei.

Durch Tempo 30 und farbliche Markierungen wird auf diesem ganzen Abschnitt die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer erhöht, insbesondere im Bereich des AWO-Kindergartens, sowie die Lärm- und Abgasbelastung etwas reduziert.

Zudem bleiben mit dieser Entscheidung alle Parkplätze entlang der Weißenburgstraße zwischen Sedanstraße und Moscheeweg erhalten.

Die Zellerauer SPD hat sich seit über einem Jahr gemeinsam mit vielen Anwohnerinnen und Anwohnern für eine Lösung in diese Richtung und gegen den Entfall aller Parkplätze eingesetzt. Dieser Einsatz hat sich gelohnt. Eine gute Lösung konnte erreicht werden.

SPD Zellerau-Mainviertel mit Stadtrat Udo Feldinger vor Ort im Mainviertel

Am Nachmittag des 27. Mai hatte die SPD Zellerau-Mainviertel zum Treffpunkt am Schottenanger neben der Stele „Pfeifer von Niklashausen“ eingeladen.

Diese privat gestiftete Stele erinnert an Hans Böhm aus Helmstadt, Schäfer in Niklashausen und Anwalt der kleinen Leute, der für alle freie Jagd und Fischfang forderte und für die Verweigerung von Frondienst und Zehntem sprach. Der Würzburger Fürstbischof von Scherenberg ließ ihn dafür 1476 gefangen nehmen und am Schottenanger als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Eine mahnende Erinnerung.

 

SPD fordert endlich rasche Umsetzung der Erneuerung des Schottenangers

Einvernehmen bestand in der Diskussion, die bereits 2019 auf den Weg gebrachte Erneuerung des Schottenangers endlich umzusetzen und den gesamten Platz damit ansehnlicher und mit mehr Qualität für das Wohnumfeld zu gestalten. Nach den vorbereitenden Kanal- und Leitungsarbeiten, die 2020 abgeschlossen wurden, war das Vorhaben von der Stadt nicht weiter umgesetzt worden.

 

Neben einer Platzgestaltung mit mehr Grün, Bäumen und Bänken sowie einer moderaten Reduzierung der Anzahl an PKW-Stellplätzen mit einer Anordnung, die eher von den Wohnhäusern an der westlichen Seite wegorientiert, wurde in der Diskussion zusätzlich zur bisherigen Planung vor allem die Schaffung von Fahrradstellplätzen vorgebracht, da die aktuelle Situation des Abstellens von Fahrrädern sehr unbefriedigend ist.

Die Verkehrsbelastung und der hohe Parkdruck wurden sehr ausführlich besprochen. Für die Anwohner*innen wurde neben einer entsprechenden Ordnung der PKW-Stellplätze vor allem eine Erlaubnis der Zufahrt vom Nigglweg gefordert.

Fehlende Bürgerbeteiligung und notwendige Nachbesserungen der Einbahnstraßenregelung in der Zeller Straße

Nach den Planungen zum Schottenanger stellte Stadtrat Udo Feldinger auch die am 19.05.2022 vom zuständigen Ausschuss des Stadtrates beschlossene dauerhafte Einbahnstraßenregelung in der Zeller Straße und die Ergebnisse der Verkehrszählungen dar.

Hinsichtlich der Entlastung von Lärm und Abgasen sowie der Sicherheit für den Radverkehr wurde die Einbahnstraßenregelung grundsätzlich positiv bewertet. Die SPD Zellerau-Mainviertel und Stadtrat Udo Feldinger kritisierten aber die komplett fehlende Bürgerbeteiligung beim gesamten Vorgehen der Stadt seit Einführung des Probebetriebes im September 2020.

In der breit geführten Diskussion wurde die Frage, warum nicht Einbahnstraße bergab, auch wegen der Abgasbelastung in den Zeiten des Geschäftsverkehrs, ebenso besprochen wie die Notwendigkeit von Nachbesserungen. Gefordert wurde für die Geschäfte in der Zeller Straße eine bessere Lösung für Kurzzeitparken und Anlieferungen sowie für Fußgänger*innen mehr Platz, insbesondere bergab gegenüber der Deutschhauskirche, hier ist der Gehsteig sehr schmal, was durchaus zu gefährlichen Situationen führt.

 

Stärkung und Verbesserung des ÖPNV

Kritisch wurde die Verkehrsbelastung in der Dreikronenstraße und der generell sehr hohe Parkdruck im gesamten Mainviertel diskutiert. Es bestand Einvernehmen, dass vor allem für Menschen, die in der Stadt arbeiten, Parkmöglichkeiten notwendig sind.

Die von der Stadt vorgesehene Bewirtschaftung der Talavera wurde aufgrund der dadurch erwarteten Erhöhung des Parkdrucks und des Parksuchverkehrs sehr kritisch diskutiert.

Sehr klar wurde für eine Stärkung und für Verbesserungen beim ÖPNV gesprochen, insbesondere in Richtung Park and Ride-Lösungen zusammen mit dem Landkreis.

Wohnen. Bezahlbar. Nachhaltig.

Unter diesem Titel diskutierten Bundestagsabgeordneter Markus Hümpfer, Geschäftsführer der Stadtbau Würzburg GmbH Hans Sartoris und interessierte Bürgerinnen und Bürger auf Einladung der Zellerauer SPD am 6. Mai in der Gaststätte „L´Aquila“ über die Schaffung von Wohnraum, die Erreichung der Klimaschutz-Ziele und bezahlbares Wohnen bei steigenden Energiepreisen.

Die Wohnungsmieten auf dem freien Markt sind in den letzten Jahren in Städten und städtischen Ballungsräumen erheblich angestiegen, auch in Würzburg. Markus Hümpfer, MdB, erläuterte das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen in Deutschland zu bauen um ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Davon sollen 100.000 Wohnungen jährlich im geförderten Sozialwohnungsbau entstehen, dafür werde die Bundesregierung die Fördermittel nochmals erhöhen.

Aufgrund gestörter Lieferketten, Materialmangel, Materialverteuerung und Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft bezeichnete er dieses Ziel als ambitioniert, war sich aber sicher, dass „wir in die Nähe der 400.000 kommen werden.“ Zusätzlich sei die Bundesregierung hinsichtlich Mietendeckel und Mietpreisspiegel am Arbeiten.

Markus Hümpfer, MdB

Auch die Themen Nachverdichtung (Schließen von Baulücken), Nutzung ungenutzter Gebäude sowie Umbau bestehender Gebäude wurden diskutiert. Alexander Kolbow, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, sah hier in Würzburg durchaus ein nicht unerhebliches Potential zur Schaffung von Wohnraum.

In den Jahren 2020 und 2021 überschritt der Gebäudesektor als einziger Sektor zweimal in Folge die erlaubte Jahresemissionsmenge gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz und verfehlte damit die Zielsetzung zur Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase. Einigkeit bestand bei der großen Bedeutung von energieeffizientem Bauen und energetischer Sanierung des Altbestandes.

Hans Sartoris, Geschäftsführer der Stadtbau Würzburg GmbH, sah es als sehr große Herausforderung, hohe Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz sowie bezahlbare Mieten und Nebenkosten bei steigenden Energiepreisen und gleichzeitig steigenden Baupreisen miteinander in Einklang zu bringen. Aufgrund einer weiter steigenden Wohnkostenbelastung forderte er eine gezielte Wohnbauförderung und sah die Notwendigkeit, Menschen mit geringerem Einkommen gezielt zu entlasten.

Hans Sartoris, Stadtbau

Er erwartete in der Wohnungsbaubranche eine Kursänderung weg von Neubauten hin zur Sanierung des Altbestandes. Seine wichtigste Forderung an die Politik war die Herstellung von Planungssicherheit für die Wohnungswirtschaft durch Klarheit bei der Energieeffizienz-Förderung durch den Bund, sowohl für Neubauten als auch für die energetische Gebäudesanierung und Modernisierung.

Zusätzlich wies er zur Berücksichtigung durch die Politik darauf hin, dass in Würzburg der höchste CO2-Ausstoß nicht im Bereich der Mehrfamilienhäuser und Wohnblöcke festzustellen sei, sondern in Villenvierteln und im Einfamilienhaussegment.

Markus Hümpfer, MdB, stellte die Pläne der Bundesregierung zur Teilung des CO2-Preises zwischen Mietern und Vermietern in Abhängigkeit vom Zustand des Gebäudes dar. Dies solle einen zusätzlichen Anreiz zur energetischen Sanierung im Gebäudesektor schaffen.

Nach der Diskussionsveranstaltung war noch in gemütlicher Atmosphäre die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Gästen, die rege genutzt wurde. Leider hatten zwei weitere zur Diskussion eingeladene Gäste (von Mieterverein und PBG Wohnen) kurzfristig entschuldigt nicht teilnehmen können. Die Zellerauer SPD wird aber selbstverständlich an diesem zentralen Thema bezahlbaren und nachhaltigen Wohnens dranbleiben und auch weiterhin Veranstaltungen anbieten.