Der 50. Politische Aschermittwoch der Zellerauer SPD in der Gaststätte „Schusters Zur Zeller Au“ fand unter dem Titel „Bezahlbares und lebenswertes Wohnen“ statt.
Jürgen Kirchner, 1. Vorsitzender und Geschäftsführer des Haus- und Grundbesitzervereins Würzburg und Umgebung e.V., und Hans Sartoris, ehemaliger Geschäftsführer der Stadtbau Würzburg GmbH und Stadtratskandidat der SPD, diskutierten mit den über 30 interessierten Bürger*innen, die der Einladung der Zellerauer SPD gefolgt waren, unter ihnen die Stadträte Alexander Kolbow und Udo Feldinger.

Jürgen Kirchner bei seinem Eingangsstatement, links Hans Sartoris, rechts Klaus Friedrich, Vorsitzender der Zellerauer SPD.
Vor dem Hintergrund einer angespannten Situation auf dem Würzburger Wohnungsmarkt zitierte Klaus Friedrich, Vorsitzender der Zellerauer SPD, bei seiner Eröffnung und Begrüßung zum Einstieg in die Diskussion Artikel 106 der Verfassung des Freistaates Bayern. Der erste Absatz des Artikels lautet „Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung“. Der zweite Absatz lautet „Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden“.
Jürgen Kirchner verwies in der Diskussion über das Mietpreisniveau auf die im Laufe der letzten Jahre deutlich gestiegenen Baukosten, die neu erstellten Wohnraum teuer machen, sowie auf die ebenfalls gestiegenen Nebenkosten, insbesondere für Energie. Er forderte vom Gesetzgeber eine erhebliche Vereinfachung der hohen Regelungsdichte aus Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften, um das Bauen günstiger und vor allem auch schneller zu machen, und nannte hierfür Beispiele und Vorschläge.

Hans Sartoris in der Diskussion mit dem Publikum
Hans Sartoris plädierte dafür, dass die Stadt die durchaus umfangreichen Möglichkeiten, die den Kommunen zur Verfügung stehen, nutzen müsse um die Schaffung von Wohnraum zu unterstützen. Im Zentrum sah er dabei eine längerfristige und systematische Grundstückspolitik der Stadt und beschrieb die positiven Ergebnisse daraus am Beispiel der Stadt Ulm, die seit Jahrzehnten eine entsprechende Politik betreibt. Er verwies des Weiteren auf weiter entwickelte moderne Bauweisen um die Kosten und die erforderliche Zeit des Gebäudebaus erheblich zu senken und erläuterte dies beispielhaft an der Holz-Hybrid-Bauweise, die von der Stadtbau GmbH an der Frankfurter Straße Einmündung Max-Planck-Straße vor einigen Jahren realisiert wurde.

Stadtratskandidat Sebastian Fath folgt den Antworten von Hans Sartoris und Jürgen Kirchner auf die Fragen und Beiträge aus dem Publikum.
Die mit breiter Beteiligung geführte Diskussion war von den Themen Wohnungsbau und Baukosten, Wohnungsbedarfe von Familien mit Kindern über Senioren bis zu studentischem Wohnen, Barrierefreiheit sowie den Handlungsmöglichkeiten der Stadt zur Unterstützung der Schaffung von Wohnraum bestimmt.

Freya Altenhöner, Vorsitzende der Würzburger SPD, folgt mit guter Laune der interessanten Diskussion.




