Gemeinsame Erklärung des SPD-Ortsvereins Zellerau-Mainviertel-Nikolausberg-Steinbachtal und des SPD-Stadtrates Udo Feldinger zur bevorstehenden Sanierung der Leistenstraße

Für die Stadtteil-SPD stehen bei der bevorstehenden, seit Jahren dringend erforderlichen, Sanierung der Leistenstraße die Anwohnerinteressen während der Bauzeit, eine durchgängige Radwegeführung und der Erhalt der Baumallee im Leistengrund im Vordergrund.

Die Stadtteil-SPD hält es für erforderlich, das Thema Ausweichverkehr und eine mögliche Überlastung der umliegenden Straßen während der Bauzeit intensiv zu betrachten. Dies betrifft unmittelbar den Winterleitenweg sowie die Höchberger Straße in der Zellerau, unter Umständen aber auch Ausweichverkehr über die Anlieger- und Landwirtschaftswege zur Verbindung Leutfresserweg/Nikolausstraße, durch das Hintere Steinbachtal, über den Roßberg und den Oberen Steinbachweg.

Ebenso hält es die Stadtteil-SPD für erforderlich, dass die Stadt Würzburg mit der Gemeinde Höchberg abstimmt, die auf Höchberger Grund geplante Sanierung des Winterleitenwegs nicht zeitgleich zur Sanierung der Leistenstraße durchzuführen. Die Themen Verkehrsführung und Anliegerinteressen betrachtet die Stadtteil-SPD als gemeinsame Aufgabe der Verwaltungen von Würzburg und Höchberg.

An der Bushaltestelle auf Höhe des Schöllhammerwegs fordert die Stadtteil-SPD unverändert die Einrichtung eines Fußüberwegs über die Leistenstraße. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung ist die Verkehrssicherheit, insbesondere der sichere Weg zu Schule und Kindergarten, ein zentraler Punkt.

In der Gesamtbetrachtung muss die Reduzierung des Verkehrsaufkommens, vor allem des überörtlichen Durchgangsverkehrs, sowie die Förderung und der Ausbau des ÖPNV Vorrang haben.

Dazu fordert die Stadtteil-SPD, im Rahmen der Sanierung der unteren Leistenstraße die Busspur zu verlängern um den ÖPNV insbesondere in den Hauptverkehrszeiten vom Rückstau zu entlasten. Durch die bereits umgesetzte Änderung der Verkehrsführung auf der Ludwigsbrücke (Löwenbrücke) hat der ÖPNV durch eine noch stärkere Integration von Straßenbahn und Busverkehr in den Individualverkehr bereits eine weitere Verschlechterung in den Hauptverkehrszeiten erfahren.  Die Sanierung und Erneuerung von Verkehrswegen dürfen nicht zu einer Benachteiligung oder Behinderung des ÖPNV führen.

SPD-Stadtratsmitglied Udo Feldinger sagt dazu: „Die Sanierung der Leistenstraße ist notwendig und überfällig. Nach vielen Jahren der Diskussion und des Stillstands müssen wir endlich zu einer tragfähigen Lösung kommen. Dabei sollten wir die drei vorgeschlagenen Abschnitte differenziert betrachten. Insbesondere bei Abschnitt 3, vom Weg zur Neuen Welt bis zur Mergentheimer Straße, sehe ich noch erheblichen Klärungsbedarf, gerade im Hinblick auf die Option, die derzeit im Bestand vorhandene zweite stadteinwärtige Fahrspur weitgehend aufzugeben.

Ich erwarte von der Stadtverwaltung eine echte Variantenuntersuchung, bei der die Auswirkungen auf alle Verkehrsarten transparent gegenübergestellt werden. Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung der Stadtteil-SPD zu einer Verlängerung der Busspur.

Ja zur dringenden Sanierung. Ja zu einer durchgängigen und sicheren Radverkehrsführung. Ja zu einem starken ÖPNV. Aber beim dritten Abschnitt noch kein vorschneller Festlegungsbeschluss zulasten der Leistungsfähigkeit der Leistenstraße.“

Bezahlbares und lebenswertes Wohnen in der Stadt

Der 50. Politische Aschermittwoch der Zellerauer SPD in der Gaststätte „Schusters Zur Zeller Au“ fand unter dem Titel „Bezahlbares und lebenswertes Wohnen“ statt.

Jürgen Kirchner, 1. Vorsitzender und Geschäftsführer des Haus- und Grundbesitzervereins Würzburg und Umgebung e.V., und Hans Sartoris, ehemaliger Geschäftsführer der Stadtbau Würzburg GmbH und Stadtratskandidat der SPD, diskutierten mit den über 30 interessierten Bürger*innen, die der Einladung der Zellerauer SPD gefolgt waren, unter ihnen die Stadträte Alexander Kolbow und Udo Feldinger.

Jürgen Kirchner bei seinem Eingangsstatement, links Hans Sartoris, rechts Klaus Friedrich, Vorsitzender der Zellerauer SPD.

Vor dem Hintergrund einer angespannten Situation auf dem Würzburger Wohnungsmarkt zitierte Klaus Friedrich, Vorsitzender der Zellerauer SPD, bei seiner Eröffnung und Begrüßung zum Einstieg in die Diskussion Artikel 106 der Verfassung des Freistaates Bayern. Der erste Absatz des Artikels lautet „Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung“. Der zweite Absatz lautet „Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden“.

Jürgen Kirchner verwies in der Diskussion über das Mietpreisniveau auf die im Laufe der letzten Jahre deutlich gestiegenen Baukosten, die neu erstellten Wohnraum teuer machen, sowie auf die ebenfalls gestiegenen Nebenkosten, insbesondere für Energie. Er forderte vom Gesetzgeber eine erhebliche Vereinfachung der hohen Regelungsdichte aus Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften, um das Bauen günstiger und vor allem auch schneller zu machen, und nannte hierfür Beispiele und Vorschläge.

Hans Sartoris in der Diskussion mit dem Publikum

Hans Sartoris plädierte dafür, dass die Stadt die durchaus umfangreichen Möglichkeiten, die den Kommunen zur Verfügung stehen, nutzen müsse um die Schaffung von Wohnraum zu unterstützen. Im Zentrum sah er dabei eine längerfristige und systematische Grundstückspolitik der Stadt und beschrieb die positiven Ergebnisse daraus am Beispiel der Stadt Ulm, die seit Jahrzehnten eine entsprechende Politik betreibt. Er verwies des Weiteren auf weiter entwickelte moderne Bauweisen um die Kosten und die erforderliche Zeit des Gebäudebaus erheblich zu senken und erläuterte dies beispielhaft an der Holz-Hybrid-Bauweise, die von der Stadtbau GmbH an der Frankfurter Straße Einmündung Max-Planck-Straße vor einigen Jahren realisiert wurde.

Stadtratskandidat Sebastian Fath folgt den Antworten von Hans Sartoris und Jürgen Kirchner auf die Fragen und Beiträge aus dem Publikum.

Die mit breiter Beteiligung geführte Diskussion war von den Themen Wohnungsbau und Baukosten, Wohnungsbedarfe von Familien mit Kindern über Senioren bis zu studentischem Wohnen, Barrierefreiheit sowie den Handlungsmöglichkeiten der Stadt zur Unterstützung der Schaffung von Wohnraum bestimmt.

Freya Altenhöner, Vorsitzende der Würzburger SPD, folgt mit guter Laune der interessanten Diskussion.