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Nachgefragt: Wie viel Würzburg gibt es im neuen Museum für Franken? Diskussion auf dem Bürgerbräugelände
„Solche Veranstaltungen wie heute müssen wir noch öfter machen. Die Würzburgerinnen und Würzburger sollen mitbestimmen, wie es mit ihrer Festung Marienberg weitergeht.“, fordert der Würzburger SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal am Ende der Bürgerdiskussion.
Dem Fazit des früheren Oberbürgermeister Würzburgs vorangegangen war eine gut zweistündige Diskussion unter dem Motto „ Nachgefragt: Wie viel Würzburg gibt es im neuen Museum für Franken?“, an der neben Rosenthal auch Dr. Erich Schneider, der Direktor des Museums für Franken, und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teilnahmen.

Seit Jahresbeginn ist der Freistaat Bayern Träger des ehemaligen Mainfränkischen Museums. Jetzt heißt es Museum für Franken. Bis Mitte der 2020er Jahre wird es zu einem Landesmuseum des Freistaates Bayern für die gesamte Region Franken ausgebaut. Im Zuge dessen ist auch die Generalsanierung der Festung Marienberg für 100 Millionen Euro geplant.
Der Umbau des Museums sorgt derzeit in der Bevölkerung für Fragen. In welchem Ausmaß wird Würzburg dort in Zukunft dargestellt? Der SPD-Politiker Rosenthal fordert eine angemessene und ausreichende Würdigung Würzburgs im neuen Landesmuseum:
„Das Museum für Franken entsteht auf der Festung Marienberg, einem der großen Wahrzeichen der Stadt. Es ist richtig und wichtig, dass dort auch ein großer Teil der Würzburger Geschichte gezeigt wird. Diese Position sollte die Stadt auch klar gegenüber der Bayerischen Staatsregierung vertreten – ohne zu vergessen, dass das Landesmuseum ganz Franken abdecken soll.“
Museumsdirektor Schneider arbeitet gerade an dem zukünftigen Konzept des Museums. Deshalb kann er schon heute Befürchtungen ausräumen: „Ich kann die Bevölkerung beruhigen: Das Museum ist in Würzburg, also sollte Würzburg sich hier nicht verstecken. Die angepeilten 10-15 Prozent Würzburger Geschichte werden wahrscheinlich deutlich übertroffen.“
Doch auch über die Ausstellungsflächen hinaus gibt‘s Veränderungen. Festung und Museum sollen besucherfreundlicher werden. Museumsdirektor Schneider hat dafür schon einige Ideen, die auch eine bessere Zugänglichkeit beinhalten.
Für den SPD-Landtagsabgeordneten Rosenthal steht auch hier an erster Stelle, die Würzburger in die Planungen konkret mit einzubeziehen: „In meiner Zeit als Oberbürgermeister habe ich gute Erfahrungen mit Bürgerwerkstätten gemacht. Ich denke, dass das auch in Sachen Festung Marienberg der richtige Weg ist, die Ideen der Bürgerinnen und Bürger mit in ein neues Konzept einfließen zu lassen. Diese werden wir dann vor der Staatsregierung vertreten.“
„Fake News“ und „Social Bots“ – auch jede/r einzelne kann handeln
Immer häufiger sind im Netz haarsträubende Lügengeschichten zu finden – sogenannte Fake News. Sie greifen Themen auf, die in der Bevölkerung emotional aufgeladen und umstritten sind – z.B. die Flüchtlingsfrage, Terrorismus und Islam.
Bewusste Falschmeldungen werden vor allem in Netzwerken wie Twitter und Facebook verbreitet. So beispielsweise auch im US-Wahlkampf oder bei der Brexit-Diskussion in Großbritannien. In Deutschland verbreitet das Umfeld von AfD und PEGIDA gezielt Fake News, um Menschen zu verunsichern, aufzuhetzen und in die Irre zu führen.
Um die Wirkung zu verstärken, nehmen Hetzer im Netz spezielle Softwareprogramme – Social Bots, das sind kleine Software-Roboter – zur Hilfe. So werden Falschmeldungen, Kommentare und Likes („Gefällt mir“) automatisch in den Netzwerken verbreitet. Hinter vielen Profilen stehen keine realen Personen. Eine Software steuert die Verbreitung meist unwahrer Nachrichten.
Mit Hilfe von Social Bots entsteht der Eindruck, dass die Unterstützung größer ist, als dies der Wirklichkeit entspricht. Menschen sollen dadurch getäuscht werden. Auf Plattformen wie Twitter tweeten, liken und retweeten mittlerweile ganze Netze von automatisierten Accounts.
Eine Demokratie darf Lügen und Hetze im Netz nicht hinnehmen. Noch 2017 will die Große Koalition ein Gesetz gegen Fake News auf den Weg bringen.
Aber auch jede/r einzelne kann handeln:
Falsche Nachrichten können bei Facebook und Twitter gemeldet werden. Offensichtlich falsche Profile können ebenfalls gemeldet werden. Auf den eigenen Seiten können Falschmeldungen gelöscht werden. Auf fremden Seiten können Falschmeldungen mit Kommentaren oder aufklärenden Links richtig gestellt werden. Bei persönlichen Beleidigungen oder Drohungen kann man Anzeige erstatten.