Zellerau

Auf dem Gebiet der heutigen Zellerau fand man die ältesten Siedlungsspuren in Würzburg. Neben den Resten einer Fliehburg auf dem Marienberg aus der Zeit um 1000 v. Chr. belegen die Funde einer über 4000 Jahre alten Steinaxt und anderer Zeugnisse aus der nachfolgenden Bronzezeit (1600 v. Chr.) das Vorhandensein einer Furt durch den Main. 1899 fand man beim Verlegen der Wasserrohre in der Frankfurter Straße, nahe dem Gasthaus „Zum Onkel“, die ältesten Germanengräber in Würzburg aus den ersten Jahrzenten christlicher Zeitrechnung.

Die nächsten Zeugnisse für menschliche Siedlungen finden sich erst 1133 wieder, als das Benediktinerkloster St. Jakob, genannt „Zu den Schotten“, gegründet wurde. 1250 erhielten die Zisterzienserinnen die Erlaubnis, ein Kloster mit Kirche unter dem Namen „Himmelspforten“ am Mainufer zu errichten.

1714 wurde direkt neben der Errichtung des Gutes Moschee und in Richtung Stadt mit der des Gutes Moskau begonnen. 1719 kam das Gut Talavera mit hinzu. 1846 gab es vor dem Zeller Tor lediglich zwölf bewohnte Anwesen, darunter diese drei landwirtschaftlichen Güter und zwei Gastwirtschaften.

1873 nahm die Firma Koenig & Bauer an der damaligen Zeller Landstraße (heute: Frankfurter Straße) ihre Produktion von Druckmaschinen auf.

1877 entstand das spätere Würzburger Bürgerbräu (auch heutige Frankfurter Straße) und 1882 auch das spätere Würzburger Hofbräu in der Jägerstraße.

Am 1. Mai 1897 wurde Würzburg in zehn neue Verwaltungsgebiete aufgeteilt, und dabei entstanden aus dem alten Distrikt V, dem früheren Mayntzerviertel der Burkarder und Zellerauer Bezirk. Wie es zu dem Namen Zellerau kam, lässt sich nicht belgen, da er vorher auf keiner Landkarte und keinem Dokument auftauchte.

1904 begann das Bayerische Militär mit dem Bau einer Artilleriekaserne, dem Gebäude der heutigen Bereitschaftspolizei, und in den Jahren 1935 und 1936 wurden auf der rechten Seite der Weisenburgstraße zwei weitere Kasernen eröffnet. Dies führte am 31. März 1945 nochmals zu einem eigenen Luftangriff auf die Zellerau.

In den Dreißiger Jahren errichtete die Stadt Würzburg zwischen Mainau-, Wörth-, Mailinger- und Ysenburgstraße etwas 450 Wohnungen.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine weitflächige Bebauung der Zellerau durch die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und ehemaliger Kasernengrundstücke.

(Nach Leo H. Hahn: Streiflichter zur Geschichte der Zellerau und der Stadt Würzburg; Würzburg 1995)