Vollzeit? Teilzeit? => Deine Entscheidung!

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männer hat viele strukturelle Ursachen. In Teilzeit zu arbeiten trägt dazu erheblich bei. Kinder erziehen, Angehörige pflegen, sich weiterbilden oder einfach mal kürzer treten: Es gibt viele Gründe, weshalb Beschäftigte auf Arbeit in Teilzeit wechseln.

Viele möchten später ihre Stundenzahl wieder erhöhen, auf die vorherige Arbeitszeit – stecken aber fest. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Die Nachteile: weniger Lohn, selbst bei gleicher Arbeit, später weniger Rente, geringere Aufstiegschancen.

Einmal Teilzeit, immer Teilzeit? Damit muss Schluss sein! Deshalb muss in den ersten
100 Tagen der neuen Bundesregierung der Einstieg in das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit auf der Tagesordnung ganz oben stehen.

So bekommen viele Beschäftigte das Recht auf befristete Teilzeit. Und so wird es auch für Männer leichter, zeitweise ihre Arbeitszeit zu reduzieren und für ihre Familie da zu sein.

43. Politischer Aschermittwoch der Zellerauer SPD

Von André Breunig

Der 43. politische Aschermittwoch der Zellerauer SPD im Würzburger Hofbräukeller stand unter dem Motto „Wohnen in der Universitätsstadt Würzburg“.

 

Podium mit Burkhard Hose (KHG), Michael Reitmair (Jusos Unterfranken), Georg Rosental (MDL) und André Breunig (SPD Zellerau)

Als Diskussionsgäste waren geladen der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose, Der Sprecher der JUSO-Hochschulgruppe Michael Reitmair und der ehemalige Oberbürgermeister und jetzige SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal. Für eine musikalische Untermalung sorgte das Swing Nova Trio mit Gypsy-Jazz.

 

Anlass der Diskussion war die angespannte Situation auf dem Würzburger Wohnungsmarkt. Resultierend aus einer vor Jahren noch nicht absehbaren Bevölkerungsbewegung und einer steigenden Zahl von Studenten kommt es zu einer immer stärkeren Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt, die nicht zuletzt zu steigenden Mieten führt.

Burkhard Hose sieht diese aufkommende Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt mit Sorge. Seiner Meinung nach darf die Wohnungsmarktsituation nicht dazu führen einen von Neid getriebenen Keil in die Gesellschaft zu treiben. Studenten, Familien oder Rentner dürften im Kampf um Wohnraum nicht gegeneinander ausgespielt werden. Mit dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ deren Träger u.a. die Katholische Hochschulgemeinde Würzburg ist, hofft er einen kleinen Teil dazu beizutragen dieser gesellschaftlichen Spannung entgegenzuwirken. In dem Projekt werden Studierende und Menschen, die viel Platz in Haus oder Wohnung haben und sich Unterstützung im Alltag wünschen, zusammengebracht. Beide Seiten profitieren vom Geben und Nehmen in einer solchen Wohnpartnerschaft. Studierende erhalten Wohnraum, zahlen dafür aber keine Miete, sondern leisten dem Wohnraumanbieter Hilfe im Alltag.

Michael Reitmair sprach sich für eine deutliche Erhöhung der Studentenwohnheimplätze in Würzburg aus. Derzeit gebe es rund 3700 Wohnheimplätze in Würzburg, auf die sich jedes Jahr etwa 4700 Interessenten bewerben würden. Gefördert werden muss der Neubau von Studentenwohnheimen aus öffentlichen Mitteln. In der Schaffung von mehr Wohnheimplätzen sah Reitmair auch die beste Möglichkeit der angesprochenen Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken und zu verhindern, dass Studenten gegen andere Wohnraumsuchende ausgespielt werden.

Georg Rosenthal forderte eine deutliche Erhöhung der Fördermittel für sozialen Wohnungsbau. Er sieht eine der Hauptaufgaben der zukünftigen Regierung darin mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gelingen könne das nur mit öffentlichen Mitteln von Bund und Land. Diese zentrale Frage dem freien Markt zu überlassen, sei mehr als fahrlässig. Er erinnerte daran, dass das Recht auf Wohnen ein soziales Grundrecht darstellt, für dessen Durchsetzung der Staat Sorge zu tragen habe. Die Bayerische Verfassung garantiert jedem Bewohner Bayerns das Recht auf eine angemessene Wohnung. Rosenthal erinnerte daran, dass die CSU-Landesregierung dieser Verpflichtung nicht nachkommt und ihr mit der Kürzung der Fördermittel zum sozialen Wohnungsbau sogar entgegenwirkt.

Das Publikum beteiligte sich mit Fragen und Beiträgen an der Diskussion. Die Positionen der Diskussionsgäste fanden dabei viel Zuspruch und Unterstützung.

Der in den nächsten Jahren dringend benötigte Bau von mehr bezahlbarem Wohnraum ist eines der Kernanliegen der SPD. Im Koalitionsvertrag hat die SPD daher eine Wohnraumoffensive durchgesetzt. Danach werden auch in den Jahren 2020/2021 mindestens zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt. Für den freifinanzierten Wohnungsneubau im bezahlbaren Mietsegment werden steuerliche Anreize geschaffen. Daneben soll ein Baukindergeld eingeführt werden. Dabei soll für den Ersterwerb von Neubau oder Bestand ein Baukindergeld als Zuschuss aus dem Bundeshaushalt in Höhe von 1200 Euro je Kind und pro Jahr gezahlt werden, das über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren fließen soll.

Das Trio Swing Nova untermalte die Veranstaltung

Bericht der MP vom 16.02.2018